Das große System… Teil 3

altecs 016Geschafft, das große System spielt so wie es soll, in den vergangenen drei Monaten galt es die eine oder andere Klippe zu umschiffen:

1.) Das Bassgehäuse

ähnelt einem Western Electric “Mirriphonic sound system” mit abgeschnittenen Ecken und ist in etwa baugleich mit dem aktuellen GIP-7003 System. Die Bauart sieht zwar aus wie eine offene Schallwand mit Hornvorsatz, ist es aber nicht. Das Gehäuse wirkt auf den Treiber wie ein Bandpass, der Frequenzgang wird unten ein wenig gepusht, verläuft dann linear um sich ohne Weiche exakt bei 300Hz zu verabschieden. Die “Flügel” rechts und links dienen dazu, den Schall gleichmäßich in die Breite abzustrahlen. Western Electric setzte damals den WE 4181 ein, ein Basslautsprecher mit einer leichten Membran und einer kleinen Schwingspule mit einem Qts von etwa 1,1.

Sucht man nach einem vergleichbaren Treiber, wird es eng, die GIP 4181 kosten im Viererpack etwa 30T€…und die anfangs verwendeten Feldspulen von Wolf von Langa waren trotz reduziertem Feldspulenstrom zu stark für den niedrigen Gütefaktor.

Dem Optimum recht nahe kommen von mir umgebaute 18″ Lautsprecher mit Ferritmagnet, sehr leichter Membran, harter Einspannung und kleiner Schwingspule. Der QTS liegt etwa bei 0,9, die Resonanzfrequenz bei 28Hz. Im Gehäuse eingebaut verläuft der Frequenzgang linear von 35Hz bis 300Hz – und das bei etwa 100dB Wirkungsgrad

2) das Altec 1003 Horn

Für das große Altec – Horn den richtigen Treiber zu finden war ähnlich schwierig. Das Horn spielt ab 300Hz, der Treiber sollte also eine Resonanzfrequenz unter 150Hz aufweisen. Die originalen Altec 1,4″ Treiber resonieren bei 300Hz, das geht für Bühne, nicht für High End.

Geeignete Kandidaten sind also WE555, Klipsch K55 oder vergleichbare. Ich setze einen stark modifizierten Klipsch mit einer Resonanzfrequenz von 70 Hz ein, der spielt im Horn linealglatt von 300Hz bis 5kHz.

3) Das kleine Altec Horn

übernimmt den Bereich ab 5kHz mit einem hinten geöffneten 1″ Oberton-Treiber dessen Membran natürlich nur mit Zaubertinktur richtig frei spielt.

4) Die Weiche

anzupassen war dann recht einfach. Der Bass verabschiedet sich bereits ohne Weiche bei 300Hz, also dienen Spule und Kondensator einer steileren und sauberen Flanke.

Exakt bei 300Hz setzt das Horn ein, auch hier müssen die Weichenbauteile nur den Mitteltöner entlasten, der läuft dann auch ungebremst bis zu seinem natürlichen Abgang bei etwa 5kHz wo der Hochtöner übernimmt.

Weder im Mittelton noch im Hochton habe ich Kondensatoren im Signalweg, die Weiche ist ausnahmslos induktiv gefiltert, wie das geht verrate ich später.

5) Fazit

Der Lautsprecher spielt bruchlos von 35Hz bis über 20kHz innerhalb 5dB linear. Der Bass spielt sauber und nuanciert, die Mitten und Höhen profitieren ganz klar von den “fehlenden” Kondensatoren in der Weiche. Jetzt noch ein wenig Aufräumen und Feinschliff, der Prototyp ist fertig. Anhören lohnt sich!

 

 

 

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